In der Oper "Die Zauberflöte" von Mozart tritt die Hauptfigur, Tanino, in einem "prächtigen japanischen Jagdkleide" auf. So war Japan je ein Märchenland im weit entfernten Fernen Osten. Seine Tür wurde 1853 geöffnet. Für Japan, das zur Modernisierung drängte, waren dann Deutschland und Österreich ein Vorbild auf allerlei Gebieten, wie Rechtswesen, Militär, Medizin, Erziehung und Technologie.
Takamori Saigo, der zur Meiji-Reform beigetragen hatte, wurde durch tragische Fügung zum Anführer des Aufstandes von 1877 und fiel bei der Niederlage. Der Meiji-Emperor machte sich Sorgen um die Zukunft Torataros, einer der Söhne Saigos, und ließ diesen auf die Offiziersschule in Potsdam schicken. Das war im Jahre 1885.
Dr. J. Scriba kam 1881 nach Japan und legte zusammen mit dem Internisten, Dr. Baelz, den Grundstein für die Medizinische Fakultät der Universität Tokyo. Er war mit einer Japanerin verheiratet und hatte drei Söhne.
1893 kam der österreichische Kreuzer "Kaiserin Elisabeth" mit dem Thronfolger, dem Kronprinzen Franz Ferdinand, zum Freundschaftsbesuch nach Japan.
Fritz Rumpf, der 1909 nach Tokyo kam, schloß junge japanische Künstler zur Gruppe "Pan no kai" (Gruppe Pan) zusammen. Und Dr. Johannes Ueberschaar, der großes Interesse daran hatte, daß sich das kleine Land im Osten eine Verfassung nach deutschem Muster gemacht hat, kam 1911 nach Japan und wurde Lektor an der Medizinischen Hochschule Osaka.
Im Jahre 1912 beschäftigte sich ein junger Deutscher namens Heinrich Hamm in Tomi-Mura, Yamanashi-Ken mit Weinanbau. Ihm gelang es, japanischen Wein des Jahrgangs 1913 in seine Heimatstadt, nach Rhein-Hessen, zu schicken.
Die auf diese Weise entwickelten Beziehungen zwischen Japan und Deutschland bzw. Japan und Österreich gerieten nach dem Attentat auf Kronprinz Franz Ferdinand in eine kritische Lage. Denn Japan beteiligte sich am ersten Weltkrieg und stand auf der Seite von Großbritannien und Frankreich. Tsingtau, die deutsche Kolonie in Asien, wurde somit zum Brennpunkt des japanisch-deutschen Krieges.
Der Kreuzer "Kaiserin Elisabeth", der wiedermal auf dem Weg zum Freundschaftsbesuch nach Japan war, müßte sich auf die Eilnachricht hin nach Tsingtau umwenden.
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